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pte050126031
Medizin/Wellness, Forschung/Technologie
Morbus
Crohn als Autoimmunerkrankung
Forscher studieren die Folgen
fehlgesteuerter Immunreaktionen
Braunschweig (pte, 26. Januar 2005 14:31) - Wissenschaftler der
Gesellschaft für Biotechnologische Forschung (GBF) http://www.gbf.de haben in der Untersuchung
von chronischen Darmentzündungen eine wesentliche Entdeckung gemacht: Die
mögliche Ursache von chronischen Darmentzündungen wie etwa Morbus Crohn ist -
so legen ihre Ergebnisse nahe - eine Autoimmunerkrankung, also eine
Fehlsteuerung von Abwehrzellen des Immunsystems. Die Forscher berichten über
ihre Ergebnisse in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift "Gut".
"Man hat schon
mehrfach vermutet, dass sich chronische Darmentzündungen entwickeln, wenn
sich Immun-Abwehrzellen irrtümlich gegen das eigene Körpergewebe wenden und
die Darmschleimhaut angreifen", meint Jan Buer. Bisher sei ein solcher
Vorgang aber noch nicht an einem konkreten Beispiel gezeigt worden, führt der
Experte aus. Dem Braunschweiger Forscherteam ist dies aber nun im Mäuseversuch
gelungen. Die Wissenschaftler kreuzten eine Zuchtlinie von Mäusen, deren
Darm-Zellen ein besonderes Proteinmolekül auf ihrer Oberfläche tragen, ein so
genanntes Antigen, mit einem Mäuse-Stamm, der gegen genau dieses Antigen
aggressive Immunzellen produziert. Das Ergebnis sind Mäuse, deren
Abwehrsystem die eigene Darmschleimhaut angreift. Eine Darmentzündung ist die
Folge.
Gleichzeitig mit der
fehlgeleiteten Immunreaktion löst das Nebeneinander von Antigen und dagegen
gerichteten Abwehrzellen auch Mechanismen der Immuntoleranz aus:
Entzündungshemmende Botenstoffe werden freigesetzt, Abwehrreaktionen gedämpft
und abgebremst. Warum diese beiden gegenläufigen Prozesse gleichzeitig in
Gang gesetzt werden und sich wechselseitig ins Gehege kommen, ist noch nicht
vollständig verstanden, berichtet die GBF. Die Folge davon ist ein prekärer
und instabiler Gleichgewichtszustand, wie die GBF-Forscherin Dunja Bruder
meint. Der Zustand sei ähnlich wie der von menschlichen Patienten, die unter
einer der vielen chronischen Formen der Darmentzündung leiden, vergleicht
Co-Autorin Astrid Westendorf die Situation.
Zu den Erscheinungsbildern
der Krankheit gehören Morbus Crohn und Colitis ulcerosa, die sich in
regelmäßig wiederkehrenden schmerzhaften Darmkrämpfen, Durchfall und
Darmblutungen äußern. Die Forscher hoffen, weitere Informationen über die
Entstehung und auch über die Heilung dieser Erkrankungen zu erfahren. (Ende)

Aussender: pressetext.deutschland
Redakteur: Wolfgang
Weitlaner
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